Leider ist das Vorurteil, ein junger Hund könne erst ab dem 6. oder gar 12. Monat erzogen werden, immer noch weit verbreitet. Doch je früher man mit der Erziehung eines Welpen beginnt (optimaler schon 2-3 Tage nach der Übernahme vom Züchter), desto weniger hat der Hunde Gelegenheit, Falsches zu lernen. Wird z.B. schon so früh dem Hund beigebracht, dass es sich lohnt, auf Zuruf zu seinem Menschen zu kommen, dann bekommen Sie einen Hund, den Sie Zeit seines Lebens heranrufen können. Lassen Sie Ihren Hund ohne Erziehung heranwachsen, werden die ersten größeren Probleme spätestens in seiner “Pubertät” auftauchen. Nicht nur das Beispiel des Abrufens gilt, auch Alleinebleiben, Autofahren, Sitz, Platz, Leinenführigkeit und das Benehmen im Alltag zählen zu einem guten Grundgehorsam, das Hund und Halter erst ein entspanntes Miteinander ermöglicht.
Foto: © Martina Goslar / PIXELIO
Warum eine Welpenspielgruppe besuchen?
Nach der Trennung von seiner Mutter und den Wurfgeschwistern ist der Welpe während seiner ganzen Wachstumsphase auf Sozialkontakt mit Gleichaltrigen angewiesen, um ein sicheres und stabiles Sozialverhalten erlernen zu können. Ganz wichtig und leider noch nicht in allen Hundevereinen und Hundeschulen selbstverständlich: Welpenspielgruppen müssen kontrolliert und beaufsichtigt ablaufen! Der Welpe muss lernen, zu kommunizieren. Dazu gehört auch, dass man bei Streitigkeiten weiß, wie man verliert und wie man gewinnt. Dies ist aber nur möglich, wenn auch jeder eine faire Chance hat. Wilde Junghunde (ca. ab dem 6. Monat) haben in einer Welpenspielgruppe nichts verloren (dafür gibt es Junghunde-Spielgruppen). Es sollten weder ständige Gewinner, noch ängstliche Hunde herangezogen werden.
Auch die Meinung, das man mit dem Besuch einer Welpenspielgruppe gewartet werden sollte, bis der volle Impfschutz greift, ist kritisch zu sehen. Dies ist nämlich erst ca. ab der 14 Woche der Fall und damit ist die wichtigste Sozialisierungsphase verpasst! Ein Hund bekommt über die Muttermilch schon einen guten Immunschutz. Das Risiko einer Ansteckung trifft Sie dagegen auch bei Spaziergängen, Kontakt mit Menschen etc.. Die Gefahr einer Verhaltensstörung bei fehlenden Hundekontakten hingegen ist sehr groß und steht in keinem Verhältnis. Es werden mehr Hunde im ersten Lebensjahr wegen Verhaltensproblemen eingeschläfert, als dass sie an ansteckbaren Krankheiten sterben!!!
Da wir aus organisatorischen Gründen kein Welpenspiel anbieten können, empfehlen wir die Welpenspielstunde der Hundeschule Aschaffenburg. Die dortigen Welpenspielgruppen erfüllen alle Kriterien der Bundestierärztekammer und der erste Besuch ist kostenlos!







